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Rodrigo Schmiegelow

Allein mit dem Motorrad durch Südamerika

147 Tage, über 20.000 km, vier Länder: von Südbrasilien über Uruguay und Argentinien bis in die Atacama.

Was die Straße lehrt · deutsche Ausgabe · 150 Seiten

Cover von Was die Straße lehrt, von Rodrigo Schmiegelow

Die Route, Land für Land

Unterwegs von November bis März, also im Sommer der Südhalbkugel. Zuerst Brasilien und Uruguay, von Januar bis März dann Argentinien und Chile. Es gab einen groben Plan, aber das nächste Ziel stand meist erst am Vorabend fest.

Südbrasilien

Die Küste hinunter von São Paulo über Paraná und Santa Catarina bis Rio Grande do Sul, so nah am Meer wie die Pisten es zuließen, mit einem Abstecher in die Serra Gaúcha um Gramado und Bento Gonçalves. Die letzten 600 km führen nach Chuí an der uruguayischen Grenze.

Uruguay

Einreise bei Chuy, dann die Atlantikküste entlang: Punta del Diablo, Cabo Polonio, La Paloma, Piriápolis und Montevideo, danach westwärts nach Colonia. Der ruhigste Abschnitt der ganzen Reise.

Argentinien

Rosario, dann nach Westen bis Mendoza und in die Weinregion am Fuß der Anden, über Uspallata und Puente del Inca hinauf zum Pass. Weiter südlich die Seenlandschaft um Bariloche und der lange Wind Nordpatagoniens.

Chile

Über die Anden ins Zentraltal: Santiago, Valparaíso, La Serena und das Elqui-Tal, nordwärts die Atacama. Im Süden Valdivia, Osorno und Puerto Montt, wo alles grün, feucht und vulkanisch wird.

Andenüberquerung. Der Pass zwischen Mendoza und Santiago ist der eindrucksvollste und zugleich anspruchsvollste Teil der Strecke: Höhe, Kälte und Wind auch im Hochsommer, dazu Grenzposten, die nach einem Unwetter für einen ganzen Tag dichtmachen können. Früh losfahren und vollgetankt ankommen.

Grenzen und Papiere, aus erster Hand

Die Versicherung, die kaum jemand erwähnt

Wer mit Motorrad oder Auto nach Uruguay, Argentinien oder Paraguay einreist, braucht die Carta Verde, die Haftpflichtkarte des Mercosur. Sie ist günstig und wird vor der Abfahrt besorgt. An der Grenze bei Chuy wurde sie nicht verlangt, mitführen sollte man sie trotzdem.

Brasilien nach Uruguay

Unkompliziert: kurze Kontrolle, weiter. Wichtig zu wissen ist, dass der kleine Küstenübergang bei Barra do Chuy nur dem Anwohnerverkehr dient. Es hieß also 20 km zurück zum Hauptposten in Chuy.

Uruguay nach Argentinien

Der einfachste Übergang der Reise. Absteigen war nicht einmal nötig. Kleingeld sollte man von Anfang an dabeihaben, denn die erste Mautstelle kommt vor dem ersten Geldautomaten.

Argentinien nach Chile

Der strengste. Chile war das einzige Land, in dem die Koffer geöffnet und das Gepäck teilweise ausgepackt werden mussten, und zwar wegen der Agrarkontrolle: frische Lebensmittel, Samen und Nüsse dürfen nicht ins Land, gesalzene Erdnüsse eingeschlossen. Also vorher aufessen und die Schlange früh angehen, denn die Posten in den Hochanden sind kalt und langsam.

Das Buch

Was die Straße lehrt erzählt diese 147 Tage: ein Brasilianer, der eine von außen gut aussehende Karriere hinter sich ließ, weil sie ihn erstickte, und allein auf dem Motorrad nach Leichtigkeit suchte. Kein Routenführer, sondern das, was zwischen den Wegpunkten passiert.

Kurze Kapitel, Landschaften, Stürze, fremdes Essen, Abschiede und gewöhnliche Menschen, die unterwegs außergewöhnlich werden. Ein Mechaniker prüfte Bremsen und Öl und wollte am Ende nichts dafür haben: Reisende hätten Vorrang, sagte er.

Das Buch gibt es auf Deutsch, Englisch, Spanisch und Portugiesisch.

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Häufige Fragen

Kann man Südamerika allein mit dem Motorrad bereisen?

Ja. Die Südroute durch Brasilien, Uruguay, Argentinien und Chile gehört zu den zugänglichsten: asphaltierte Straßen, Tankstellen in vernünftigen Abständen, auf weiten Strecken eine gemeinsame Sprache und Grenzposten, die an Reisende gewöhnt sind. Rodrigo Schmiegelow fuhr sie 147 Tage lang allein, mit Motorrad und Rucksack, und plante jede Etappe einen Tag im Voraus.

Wann ist die beste Reisezeit?

November bis März, der Sommer der Südhalbkugel: lange Tage und offene Andenpässe. Dafür Hitze im Norden, kräftiger Wind in Patagonien, höhere Preise und volle Unterkünfte über die Feiertage. Selbst im Sommer kann ein Pass nach einem Unwetter für ein bis zwei Tage gesperrt sein.

Welche Papiere braucht man für die Grenzübergänge?

Reisepass, Fahrzeugpapiere, Führerschein und die Carta Verde, die Mercosur-Versicherungskarte für Uruguay, Argentinien und Paraguay. Sie wird vor der Abreise besorgt. Kontrolliert wird unterschiedlich streng: auf dieser Reise fragte an der uruguayischen Grenze niemand danach.

Welcher Grenzübergang ist der strengste?

Chile. Bei der Einreise aus Argentinien mussten Koffer geöffnet und das Gepäck teilweise ausgepackt werden, denn Chile kontrolliert streng auf Agrarprodukte: frisches Obst und Gemüse, Samen und Nüsse dürfen nicht eingeführt werden, auch keine gesalzenen Erdnüsse.

Eigenes Motorrad mitbringen oder vor Ort mieten?

Der Autor fuhr mit der eigenen Maschine aus Brasilien los, was die Einfuhrpapiere an jeder Grenze nötig macht. Wer aus Europa anreist, startet üblicherweise in Santiago oder Buenos Aires mit einem Mietmotorrad. Das spart Verschiffung und Zoll, begrenzt aber meist die Länder, in die man damit einreisen darf. Diesen Punkt vor der Buchung mit dem Vermieter klären.

Ist das Buch ein Reiseführer?

Nein. Es ist ein Bericht in der ersten Person, in kurzen Kapiteln, näher an Reiseliteratur als an einem Führer. Die Orte sind real und benannt, aber es geht um das, was die Reise mit dem Fahrer macht.

Wer ist Rodrigo Schmiegelow?

Ein brasilianischer Autor, der eine Konzernkarriere hinter sich ließ, allein von Südbrasilien bis in die Atacama fuhr und darüber sein erstes Buch schrieb. Er betreibt außerdem das Projekt O Mundo em Lanches über Reisen, Kulturen und Straßenessen.